
XL-Ansicht
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Titel: "Altes Dorf
in der Eifel"
Nikutowski, Erich
(1872 - 1921)
Entstehungszeit:
um 1910
Technik:
Öl auf Leinwand
Maße: 62 x 75 cm
Preis 3.350 EUR
Besonderheiten: wertvoller Echtgoldrahmen
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Beschreibung:
Der
Landschaftsmaler, Lithograf und Radierer Erich Nikutowski wurde
als Sohn russischer Emigranten in Düsseldorf geboren. 1899 zog
die Familie nach Kaub am Rhein,
wo der Künstler bis zu seinem Tod 1921 lebte. Die
Stadt präsentiert noch heute einige seiner Werke der
Öffentlichkeit. Nikutowski erhielt seine Ausbildung an der
Akademie in Düsseldorf wo er unter der Anleitung von E. Dücker
studierte. Seine Werke fanden im Laufe des 20. Jahrhunderts
Eingang in die Museen von Wiesbaden, Düsseldorf sowie Freiburg
im Breisgau.
Der „Maler des Herbstes“ griff in seinen Gemälden wiederholt
das Thema des Dorfes im Rheinland und in der Eiffel auf Dabei
ging es ihm bei der Behandlung seiner Sujets auch um den
„Bildgegenstand“ im wörtlichen Sinne, dem nicht nur formale und
koloristische Reize abzugewinnen waren, sondern den es auch
richtig, d.h. topographisch genau zu erfassen und wiederzugeben
galt. Ferner ist für all seine Werke die enge, perspektivische
Staffelung der Gegenstände in die Bildtiefe hinein sowie die
dunkle, mit vielen Erdfarben bestückte Palette charakteristisch.
Dieses Gemälde gewährt dem Betrachter einen Blick auf das
malerisch in die Landschaft eingebettete, auf einer Anhöhe
liegende Dorf, das von einer Kirche bekrönt wird. Die schiffen,
mit Ried gedeckten Häuschen verschmelzen mit den Unebenheiten
des Bodens zur einer homogenen Einheit.
Die hochgewachsenen, blätterlosen Bäume unterteilen das Bild
in zwei Hälften, die rechte wird durch die kleine Hecke
gleichsam „verschleiert“, in die linke webte der Maler ein Paar
farbenfrohe, pittoreske Elemente ein, wie die Wäscheleinen vor
dem Haus am Dorfrand.
Den gesamten vorderen Bildraum nimmt der bewachsene Hügel
ein. Die in breiten, schnellen Pinselstrichen angelegten
Grasbüschel sowie der trockene Busch in der Mitte bieten
Nikutowski die Möglichkeit zur Verwendung gebrochener
Komplementärfarben, um den Gegenstand gleichsam plastisch zu
strukturieren. Das Kolorit dieser Bildpartie changiert von Hell-
über Ocker- bis Rotbraun in vielen Nuancen. Hier sind nur einige
Grüntöne in mittleren Tonwerten eingestreut. Das aus dem Hügel
„herauswachsende“ Dorf sammelt dagegen die dunklen Grün- und
Blauwerte im Bereich der Wege zwischen den Häusern sowie in den
Kirch- und Häuserdächern auf. Diese schließen damit den
Mittelgrund als Ganzes ab und leiten den Blick über den Horizont
zum niedrigen Herbsthimmel weiter, in dessen Wolkenbildungen die
Erdtöne des Bodens pastellfarben gebrochen aufscheinen.